Spiel mit Licht und Schatten

Nach einer dreiwöchigen Spielpause ging es für unsere Frauen am ersten Adventswochenende zum Auswärtsspiel nach Breitungen, wo die zweite Mannschaft der HSG Werratal 05 auf uns wartete. Ziel war es, den Schwung aus dem letzten Sieg mitzunehmen und von Beginn an zu zeigen, dass wir mit den 2 Punkten im Gepäck die Heimreise antreten wollten.
Doch der Start ins Spiel war verhalten. Unsere Mannschaft tat sich zunächst schwer – sowohl im Angriff als auch in der Abwehr. Die Torabschlüsse waren ungenau, und in der Deckung klafften immer wieder Lücken. Glücklicherweise konnten wir uns auf unsere Torfrau verlassen, die mit einigen Paraden den Werrataler Torerfolg verhinderte. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fanden wir allmählich besser ins Spiel. Wir setzten uns Tor für Tor ab und gingen in der 10. Spielminute mit 2:7 in Führung, was die Gastgeberinnen zur ersten Auszeit zwang. Die verbleibende erste Halbzeit verlief relativ ausgeglichen. Beide Teams erzielten abwechselnd Tore, und Werratal kam zwischenzeitlich auf zwei Tore heran. Der Grund dafür war, dass wir im Angriff zu oft versuchten, mit der Brechstange durch die Deckung zu gehen, anstatt geduldig den Ball bis zur nächst freistehenden Mitspielerin zu spielen. Besonders Jule Hertel stand auf rechtsaußen mehrfach frei, wurde aber leider häufig übersehen. Stattdessen suchten wir Lücken, die nicht existierten, und so landeten einige Bälle in den Händen der Gastgeberinnen. Mit der Halbzeitsirene erzielte Johanna Reinhardt noch einen Treffer vom 7-Meter-Strich, sodass wir mit einer 4-Tore-Führung (11:15) in die Kabine gingen. Zeit für einen kurzen Durchatmer und um die Mädels für die zweite Hälfte wachzurütteln.
Das hatte offensichtlich Wirkung gezeigt. Die ersten 10 Minuten nach der Pause gehörten eindeutig uns. Wir bauten den Vorsprung auf 8 Tore aus (15:23 in der 38. Minute). Die Abwehr stand nun stabiler, es wurden Bälle gestohlen, und die Angriffe wurden konzentrierter abgeschlossen. Was uns in der ersten Hälfte noch schwerfiel, gelang uns nun deutlich besser: die freistehende Mitspielerin wurde erkannt und angespielt. Trotzdem blieb die Partie spannend, denn Werratal gab nie auf. Sie kamen noch einmal auf 23:26 (48. Minute) heran. Doch der Sieg war zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr. Wir wechselten munter durch und ließen den Gastgeberinnen keine Chance, den Druck weiter zu erhöhen. Am Ende stand ein verdienter 26:33-Sieg auf der Anzeigetafel.
Insgesamt war es eine solide Mannschaftsleistung, auch wenn wir in der ersten Halbzeit noch einige Schwächen zeigten. Es gibt verschiedene Dinge an denen wir arbeiten müssen, um auch in den kommenden Spielen noch stabiler zu agieren. Besonders im Angriff gibt es noch einige Baustellen, die es zu beheben gilt, vor allem die fehlende Geduld, auch mal den Ball bis zum freien Mitspieler zu spielen. Zeit genug haben wir dafür und mit einer höheren Trainingsbeteiligung sollten diese Mängel schnell behoben werden können. Das nächste Spiel findet erst am 17. Januar 2026 statt, wenn wir zu Hause gegen den SV Glückauf Bleicherode antreten.
Die Zuschauer erlebten ein durchaus spannendes und emotional aufgeladenes Spiel. Einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, wohl gemerkt auf beiden Seiten, sorgten immer wieder für Unmut und trugen zu unnötigen Härten auf dem Spielfeld bei. Fouls wurden teilweise nicht geahndet, was die Grenze zwischen intensivem Kampf und unnötigen Nicklichkeiten verwischte. Das führte zu wiederholten Zickereien und Rangeleien, die sich selbst mit dem Ertönen der Schlusssirene fortsetzten. Glücklicherweise ohne weitere Konsequenzen für alle Beteiligten.